Eine sensationelle Neuentdeckung gelang Carla Stecco (Universität Padua, 2022) über Faszien, die ebenfalls zum Bindegewebe gehören. Faszien bestehen hauptsächlich aus starken Kollagen- und beweglichen Elastinfasern. Lockere, areoläre Schichten dazwischen – gefüllt mit schleimigen Substanzen wie Hyaluronsäure und Proteoglykanen – wirken als Schmiere und ermöglichen das Gleiten benachbarter Faszien (vgl. Spektrum).
Faszien sind die festen, aufeinanderliegenden Hüllen und Netze, die Muskeln umpacken und alles in Form halten. Das Interstitium ist der weiche, schwammige, flüssigkeitsgefüllte Teil dazwischen – der „innere Ozean“, der alles nährt, polstert und als Stoßdämpfer wirkt.
Carla Stecco entdeckte Fibroblast-ähnliche Zellen in den Faszien, die Hyaluronsäure produzieren und gleichzeitig Bezug zum Immunsystem haben.
Stress, Entzündungen und Bewegungsmangel reduzieren die Hyaluronsäure-Produktion, was zu Verklebungen und Steifigkeit führt. Da Faszien äußerst reich an Nerven sind (200–250 Mio.), die überall im Gewebe liegen, entsteht hier häufig Schmerz.
In diesem Bindegewebe – dem Mesenchym bzw. Interstitium – sind Nerven, Immunsystem und Psyche eng vernetzt. Hier ist alles mit allem verbunden. Ist es gesund, durchlässig und frei von Ablagerungen, fließt alles optimal: Nährstoffe, Flüssigkeit und Immunbotenstoffe. Dann bleiben wir vital. Belastungen durch Entzündungen, Stress oder Inaktivität führen hingegen zu Verklebungen und Steifigkeit – und genau hier entstehen oft Gelenkprobleme, Abwehrschwäche oder mentale Belastungen. Die unterschiedlichsten Zivilisationskrankheiten haben hier oft ihren Ursprung.
Pantothensäure (Vitamin B5) unterstützt den Aufbau und die Regeneration aller dieser Gewebearten. Sie hat auch auf diesem Gebiet einen hohen Stellenwert zu diesem Gewebe, die zum Bindegewebe gehören (siehe voriger Beitrag). Wer dieses Gewebe pflegt (Bewegung, Ernährung, Stressreduktion), kann viele altersbedingte Beschwerden hinauszögern oder mildern und sorgt so für eine gute Healthspan.