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Rückblick auf die ISLC-PAIS-Konferenz 2026 in Amsterdam
Vom 26. bis 29. August 2026 fand in Amsterdam die ISLC-PAIS-Konferenz statt. Sie beleuchtete die jüngsten Erkenntnisse zu postakuten Infektionssyndromen und brachte führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen. Über Long COVID weiß man jetzt nach sechs Jahren immer mehr. Schritt für Schritt kommt man den Ursachen näher und versteht besser, welche Prozesse im Körper eine Rolle spielen. Der therapeutische Durchbruch steht allerdings noch aus. Im Folgenden stelle ich einige der wichtigsten neuen Erkenntnisse vor.
Man weiß inzwischen deutlich mehr darüber, welche Bereiche des Organismus betroffen sind und wo die Schäden liegen. Die verschiedenen Beobachtungen wurden auf der Konferenz zu einer hypothetischen Kette zusammengefasst:
Entzündung/Pathogen-Bestandteile → Schädigung von Zellmembranen und Endothel → Bildung amyloider, schwer abbaubarer Mikroklots + hyperaktivierte Plättchen (PMTs) → Behinderung der Mikrozirkulation → lokale Hypoxie und Gewebeschäden → Symptome.
Eine Corona-Infektion führt bei manchen Menschen zu anhaltenden Entzündungen. Dabei können Antikörper entstehen, die längere Zeit im Blut kreisen und Schmerzen – etwa muskulärer oder rheumatischer Art – verursachen oder aufrechterhalten. Diese anhaltenden entzündlichen Prozesse schädigen Zellmembranen und vor allem die Innenwände der Blutgefäße (das Endothel, siehe Bild) bis hin zu den kleinsten Kapillaren. Daraus ergeben sich die häufig beschriebenen Durchblutungsstörungen. Diese beeinträchtigte Mikrozirkulation wird als eine mögliche Ursache für Brain Fog und Konzentrationsstörungen angesehen.
Eng damit verbunden ist eine gestörte Blutgerinnung. Es entstehen sogenannte fibrinaloide Mikroklots: winzige (meist 2–200 µm große), unlösliche Aggregate aus fehlgefaltetem (amyloidem) Fibrin, entzündlichen Molekülen, Zelltrümmern und weiteren Proteinen. Anders als normale Blutgerinnsel sind sie besonders widerstandsfähig gegen den natürlichen Abbau und behindern den Blutfluss vor allem in den kleinsten Gefäßen. Die Folge ist eine lokale Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) der Gewebe.
Zusätzlich werden die Blutplättchen (Thrombozyten) hyperaktiv. Zusammen mit den amyloiden Fibrin-Strukturen bilden sie sogenannte Platelet-Microclot-Thrombi (PMTs). Diese Aggregate lösen sich nicht mehr wie üblich auf, sondern verstärken sich teilweise selbst. Entzündung, Gefäßschädigung und gestörte Gerinnung greifen ineinander und halten den pathologischen Zustand aufrecht – ein äußerst komplexer Vorgang, den es zu durchbrechen gilt.
Die Vorträge von Resia Pretorius und Caroline Dalton
Besonders aufschlussreich waren die Vorträge von Resia Pretorius und Caroline Dalton, die sich intensiv mit den Mikroklots beschäftigen. Resia Pretorius (Stellenbosch University) stellte den übergeordneten Begriff der thrombotischen Endothelialitis in den Mittelpunkt. Damit beschreibt sie eine Entzündung und Schädigung der Gefäßinnenhaut (Endothel), die eng mit Gerinnungsstörungen verknüpft ist. Ein zentrales neues Element, das sie präsentierte, sind die Platelet-Microclot-Thrombi – zusammengesetzte Strukturen aus hyperaktivierten Thrombozyten (die sich ausbreiten und Fortsätze bilden) und den amyloidartigen Fibrin-Netzwerken der Mikroklots. Pretorius zeigte, dass bestimmte Phänotypen dieser Aggregate mit der Symptomschwere korrelieren können.
Caroline Dalton (Sheffield Hallam University) präsentierte quantitative Daten: Die Anzahl der fibrinaloiden Mikroklots im Plasma ist bei Long-COVID- und ME/CFS-Patienten deutlich erhöht. Auch nach kürzlichen SARS-CoV-2-Infektionen finden sich bereits ähnlich hohe Werte. Diese Beobachtungen legen nahe, dass die Mikroklot-Counts als möglicher Biomarker dienen könnten – sowohl zur Unterstützung der Diagnose als auch zur Einschätzung der Erkrankungsschwere.
Beide Vorträge zeichnen gemeinsam ein Bild, in dem die Mikroklots kein bloßer Nebenbefund sind, sondern ein zentrales Bindeglied zwischen Entzündung, Gerinnung, Endothelschädigung und den vielfältigen Organ-Symptomen.
Mitochondrien und Energiestoffwechsel
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf den Mitochondrien, den „Kraftwerken der Zellen“, die für die Energieproduktion zuständig sind. Es zeigte sich, dass die Autophagie – das zelluläre „Aufräumen“ – gestört sein kann und dass mitochondriale Funktionsstörungen bei Long COVID und ME/CFS eine zentrale Rolle spielen. Diese Störungen tragen aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich zur ausgeprägten Fatigue bei. Auf diesem Gebiet besteht weiterhin dringender Forschungsbedarf.
Therapie und Ausblick
Zu den diskutierten Therapieansätzen gehörte unter anderem die Blutwäsche (Apherese), bei der Antikörper aus dem Blut entfernt werden. Sie zeigte bei etwa einem Drittel der Patienten vorübergehende Verbesserungen, doch die Symptome kehrten teilweise zurück. Die komplexen Zusammenhänge machen gezielte Therapien nach wie vor schwierig.
Dennoch: Wir wissen heute deutlich mehr über die zugrunde liegenden Vorgänge als noch vor wenigen Jahren. Die ISLC-PAIS-Konferenz in Amsterdam hat gezeigt, dass die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft die Dringlichkeit erkannt hat und interdisziplinär zusammenarbeitet. Die vorgestellte Kaskade und die Erkenntnisse zu Mikroklots und Mitochondrien sind Beispiele dafür, wie einzelne Puzzleteile langsam zu einem schlüssigeren Gesamtbild werden. Weitere Forschung – besonders zu Biomarkern und gezielten Interventionen – bleibt dringend nötig. Für Betroffene ist jeder Fortschritt in diese Richtung ein Hoffnungsschimmer.
Im Rahmen der Konferenz wurde zudem die International Society for Long COVID and Post-Acute Infection Syndromes (ISLC-PAIS) gegründet. Die neue Organisation soll die internationale Forschung und Zusammenarbeit zu Long COVID, ME/CFS und verwandten postakuten Infektionssyndromen nachhaltig stärken und vorantreiben.
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Warum ist es so wichtig, vielfältig zu essen?
Unser Körper braucht täglich rund 43 verschiedene Vitalstoffe – viele davon nur in winzigen Mengen. Genau deshalb reicht es nicht, „irgendwas“ zu essen. Erst durch Abwechslung, bewusste Auswahl und frische Zubereitung versorgen wir uns wirklich optimal.
Bunt essen ist deshalb eines der einfachsten und wirksamsten Gesundheitsprinzipien:
- Je mehr Farben auf dem Teller, desto breiter das Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen & Antioxidantien.
- Obst und Gemüse, Kräuter und eiweißhaltige Nahrungsmittel
- Frisch kochen statt Fertigprodukte
- Regionale und saisonale Vielfalt nutzen – auf dem Markt oder im Supermarkt
Die Natur bietet uns ein riesiges Angebot. Nutzen wir es!
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Vitamin C ist weit mehr als ein einfaches Antioxidans. Es spielt eine zentrale Rolle für das Redox-Potenzial in unserem gesamten Stoffwechsel. Es hilft, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Oxidation und Reduktion zu halten – essenziell für Energieproduktion, Zellgesundheit und Regeneration.
𝗗𝗶𝗲 𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴𝗲 𝗗𝗼𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗲𝗻 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱
Unser Körper kann pro Mahlzeit nur eine begrenzte Menge Vitamin C aufnehmen (Sättigung der Transporter im Darm). Deshalb ist es sinnvoll, es über den Tag verteilt aufzunehmen – entweder über vitaminreiche Lebensmittel oder mehrere kleinere Gaben.
Bei höherem Bedarf (z. B. bei Stress, Entzündungen, Erschöpfung oder in der Rekonvaleszenz) gewinnt die Hochdosis-Therapie per Infusion immer mehr an Bedeutung.
Durch intravenöse Gabe werden deutlich höhere Blutspiegel erreicht als oral möglich. Dadurch kann Vitamin C:
• Speicher auffüllen
• den Stoffwechsel intensiv unterstützen
• stark antioxidativ (und in hohen Dosen auch pro-oxidativ) wirken
• Entzündungsprozesse modulieren
Viele Patienten berichten von mehr Energie, besserer Verträglichkeit belastender Therapien und gesteigerter Lebensqualität.
𝗕𝗲𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝘀 𝘀𝗽𝗮𝗻𝗻𝗲𝗻𝗱 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗞𝗿𝗲𝗯𝘀𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗲𝗵𝗲𝗻
Bei onkologischen Erkrankungen gerät der Stoffwechsel der Betroffenen oft stark unter Druck. Neuere Studien zur hochdosierten Vitamin-C-Therapie zeigen vielversprechende Ansätze: Sie kann als komplementäre Unterstützung die Lebensqualität verbessern, Nebenwirkungen der Standardtherapie mildern und das oxidative Gleichgewicht positiv beeinflussen. In Labor- und einigen klinischen Studien wirkt hochdosiertes Vitamin C selektiv belastender auf entartete Zellen, während gesunde Zellen besser geschützt bleiben.
Vitamin C ist ein wunderbarer, vielseitiger Begleiter – ob täglich aus Sanddorn, Hagebutte & Co. oder gezielt hochdosiert als Infusion. Die Kunst liegt in der richtigen Anwendung für den jeweiligen Menschen.
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Vor etwa hundert Jahren entdeckte Albert Szent-Györgyi in Paprika und Kohl die Ascorbinsäure . 1928 fand er sie in der Nebennierenrinde und isolierte sie. 1937 erhielt er dafür den Nobelpreis. Viele andere Wissenschaftler waren an der Erforschung der Ascorbinsäure ebenfalls beteiligt.
Der Name Ascorbinsäure leitet sich von Skorbut ab, einer Krankheit, die #vitaminc verhindert. Im Jahr 1541 bei der Erforschung des Lorenzstromes beschrieb Kapitän Jacques Cartier eindrücklich die Auswirkungen von Skorbut bei den Seefahrern (siehe mein Beitrag vom 26. September 2021). Jahre später nahm man deshalb Sauerkraut mit auf die Reise. Heute ist bekannt, dass Zitrusfrüchte reich an Vitamin C sind. Viele weiteren Obst- und Gemüsesorten enthalten Vitamin C.
Allgemein wird eine Dosis von 100 bis 300 mg empfohlen. Schon 10 mg können – so heißt es – Skorbut vermeiden, der heute wieder auf dem Vormarsch ist.
Vitamin C ist nicht nur ein Erkältungsvitamin. Es ist ein Allrounder in unserem Stoffwechsel, sein Stellenwert ist bei Weitem unterschätzt.
- Es ist nötig in der Nebennierenrinde, um Adrenalin und Noradrenalin zu bilden (z.B. in Stressreaktionen).
- Es neutralisiert freie Radikale, die ständig im Stoffwechsel entstehen.
- Es fördert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen in den Organismus.
- Es regeneriert das Vitamin E. Es ist den Glutathionstoffwechsel und dessen Regeneration sowie in Bezug auf Selen wichtig.
- Es ist für Aufbau und Stabilisierung der verschiedenen Kollagenarten nötig.
- Es wirkt mit bei der Entgiftung vieler Medikamente und Abbauprodukte des Stoffwechsels.
- Eine gute Vitamin-C-Versorgung senkt die Infektanfälligkeit.
- Der Glukosewert bei Diabetes wird gesenkt.
Neuere Studien über Vitamin C weisen darauf hin, dass von ihm noch viel zu erwarten ist in Bezug auf eine gute Gesundheit und Longevity.
Nehmt ihr Vitamin C bewusst zu euch – eher über Lebensmittel oder auch als Supplement?